Category Archives: Kultur: Theorie & Praxis

Loveparade, 1989-2010

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Da ich am Samstag in Duisburg war, hier eine kurze subjektive Schilderung sowie eine abschließende Anmerkung zum Veranstaltungsformat. Beide wie ich hoffe mit dem gebotenen Respekt formuliert…

  1. Anfahrt
    Ich bin mit dem Zug angereist. Bereits am Vormittag begannen meine mehrheitlich auf um die zwanzig Jahre geschätzten Mitreisenden mit dem „Vorglühen“: Während die Frauen eher Bier(-Mixgetränke) konsumierten, tranken Männer auch schon Schnaps(-Mixgetränke). Mit zunehmender Nähe zum Zielort wurde die Konstellation aus angetrunkenen Reisenden und tendenziell überfülltem Zug unangenehm. Nachdem ich aus logistischen Gründen in Düsseldorf einen Zwischenstopp einlegte und erst um 15 Uhr weiterfuhr, verlief die Strecke bis nach Düsseldorf für mich dann aber problemlos.
  2. Zugang
    In Duisburg erfolgte der Zugang zum Gelände zunächst getrennt nach der Richtung, aus der man ankam: Die Einen wurden nach rechts, die Anderen nach links aus dem Bahnhof ausgelassen. Zumindest aus Düsseldorf kommend war diese Situation gegen 15.30 Uhr absolut übersichtlich. Im Besitz eines VIP-Tickets verließ ich hier jedoch die Hauptroute: Der Zugang erfolgte über eine separate Straße/Unterführung. Insofern bin ich nicht einmal in die Nähe des „Nadelöhrs“ gekommen (ganz unten).

    Plan
  3. Vor Ort
    Vom am Rande des Geländes gegenüber der Hauptbühne situierten, leicht erhöhten VIP-Bereich war weder eine Überfüllung des Geländes zu erkennen, noch etwas vom Geschehen außerhalb zu erahnen. Ab 18.30 Uhr begann sich meiner Wahrnehmung nach die Nachricht von einer Massenpanik via Mobilfunk zu verbreiten, jedoch wegen Überlastung des Netzes sehr selektiv bzw. sukzessiv. Ich selbst brauchte über eine Stunde um die Angaben zu konkretisieren bzw. verifizieren. Das einzige Anzeichen auf dem Gelände bekam ich am späteren Abend durch ein float, das die Musikübertragung eingestellt hatte und über die Anlage auf Tote hinwies.

    Motiv am 24.7.2010

    Motiv am 24.7.2010

  4. Ausblick
    Unabhängig davon, ob man die Loveparade vor diesem Samstag als Erfolgs- oder Verfallsgeschichte verstanden hat, steht außer Zweifel, dass dies die letzte war. Das ursprüngliche Konzept, einen Umzug mit musikalischer Beschallung durch elektronische Musik im urbanen Raum als politische Demonstration durchzuführen, hat sich allerdings etabliert. Ein Beispiel dafür war erst kürzlich die Berliner Anti-Gentrifizierungs-Demo „Rette Deine Stadt“. Aber auch in der Provinz lebt diese Praxis, wie beispielsweise in Gießen, wo auch in diesem Jahr wieder mit einer „Nachttanzdemo“ gegen die Zustände im Bildungssystem protestiert wurde. Das katastrophale Ende der Loveparade sollte nicht zum Anlass genommen werden, diese legitimen Formate politischer Artikulation grundsätzlich in Frage zu stellen.

History turns digital

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So lautet der Titel eines Workshops, der am 16. April 2010 in Berlin stattfindet. Veranstaltet wird er vom Lehrstuhl für die Geschichte Ostmitteleuropas am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin und es geht um die Konsequenzen der Digitalisierung für die Geschichte (siehe die Ankündigung im Webmagazin für Informationstechnologie in den Geisteswissenschaften). Diese sollen zunächst am Vormittag in zwei Vorträgen verhandelt werden, von denen ich einen zur Transformation kommemorativer Kommunikation halte. Am Nachmittag werden dann Erfahrungsberichte aus der Praxis von vier Projekten diskutiert. Eingeladen sind:

Es gibt eine begrenzte Anzahl freier Plätze für Interessierte, die sich jedoch bis spätestens zum 8. April 2010 bei valentina.stefanski@fu-berlin.de anmelden müssen (Teilnahme bedarf der Bestätigung).

Erinnerungskultur 2.0: Video-Dokumentation

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Vortrag Erik Meyer, Teil 1 from stARTconference on Vimeo.

Vortrag Erik Meyer, Teil 2 from stARTconference on Vimeo.

stART.09: Kunst & Kultur im Web 2.0

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Am 24. und 25. September 2009 findet in Duisburg die stART.09-Konferenz statt, die Kulturschaffende und Experten aus dem Bereich Social Media zusammenbringen will. Einen Vorgeschmack auf meinen Vortrag gibt es im aktuellen Sammelband History Goes Pop: Zur Repräsentation von Geschichte in populären Medien und Genres (Inhalt/Einleitung des Bandes als PDF-Dokument), zu dem ich einen Beitrag zum Thema „Problematische Popularität? Erinnerungskultur, Medienwandel und Aufmerksamkeitsökonomie“ beigesteuert habe. Für den Vortrag am Freitag um 13.45 Uhr habe ich mich darüber hinaus mit dem Einsatz von Social Media-Formaten seitens des United States Holocaust Memorial Museum beschäftigt. Das USHMM erscheint mir als beispielhaft für eine „vernetzte erinnerungskulturelle Institution“. Das vollständige Programm der Veranstaltung inklusive Informationen zu den SprecherInnen gibt es hier als PDF-Dokument zum Download.