Category Archives: social media

Zum Wandel von Öffentlichkeit durch Online-Medien

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Auf Einladung der Deutschen Botschaft in Ankara habe ich an dem vor dem Hintergrund von #OccupyGezi veranstalteten deutsch-türkischen Medienseminar zum Thema „Soziale Medien und soziale Bewegungen“ teilgenommen und das Panel zu “Chancen und Risiken des Citizen Journalism” moderiert. Hier meine Präsentation zur Einleitung der Sitzung.

Passend dazu ist gerade mein Beitrag “Demokratie 2.0? Medienaktivismus, Netzöffentlichkeit und politische Partizipation” in der Zeitschrift Außerschulische Bildung erschienen. Die Ausgabe widmet sich dem Thema “Jugendliche Protestbewegungen und demokratische Entwicklung” und ist ausschließlich gedruckt beim Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten erhältlich.

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Standardisierung kommemorativer Kommunikation

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Zum Jahrestag des 11. September hat das 9/11-Memorial am Ground Zero in New York eine Handreichung zum Online-Gedenken (PDF zum Download) herausgegeben. Zunächst dokumentiert die Einrichtung ihre Präsenz vor allem in den sozialen Medien. Für die aufgeführten Kanäle werden dann Vorschläge zur kommemorativen Kommunikation gemacht. Nachvollziehbar erscheint für Twitter, Google+ und Pinterest die Nennung von Hashtags zur Bündelung von Beiträgen. Auch ein Cover-Foto zur Gestaltung der eigenen Facebook-Timeline kann ich als Zeichen symbolischer Solidarisierung nachvollziehen. Und für Pinterest wurde ein Wettbewerb ausgelobt, bei dem die Teilnehmenden ein Ziat und eine Illustration aus dem Buch “September Morning: Ten Years of Poems and Readings from the 9/11 Ceremonies New York City” auswählen und  in ihrem Profil publizieren sollen.

Im Gegensatz dazu wirken die Angabe von konkreten Inhalten für Status Updates bei Facebook oder vorformulierte Tweets eigentümlich. Befremdlich finde ich auch eine Vorlage für Einträge im eigenen Blog mit der Überschrift “THIS SEPTEMBER 11: HONOR, REMEMBER, REUNITE” (PDF zum Download). Auf die gerade am Beispiel 9/11 belegbare Pluralisierung der Erinnerungskultur durch die Möglichkeiten von Online-Kommunikation (vgl. „Collecting Today for Tomorrow“) scheint also eine Formatierung der Erinnerungskultur 2.0 zu folgen.

 

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#MandelaStory: Erinnerungskultur im Timeline-Stil

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Would our nation’s father, Nelson Mandela have spent 27 years in prison if he had access to the same technology, social media platforms, instant sharing apps and global monitoring tools as we do today?

fragt das Nelson Mandela Centre of Memory (NMCM) mit einem Clip, der die Lebensgeschichte zum 94. Geburtstag des Jubilars erzählt. Das Video ist auf einer Microsite zur #MandelaStory verfügbar, auf der sich Interessenten eintragen können. Eine weitere Microsite widmet sich Aktivitäten, die zur Würdigung des politischen Engagements von Mandiba zum Mandela Day entfaltet werden. Das NMCM betreibt in Kooperation mit dem Google Cultural Institute das Nelson Mandela Digital Archive Project, das schriftliche und visuelle Dokumente online zugänglich macht sowie als Ausstellung arrangiert präsentiert.

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Twitterverbot im hessischen Landtag?

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“The Internet is becoming our Memory”

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Ganz so apodiktisch würde ich es nicht formulieren, aber für die Expansion kommemorativer Online-Kommunikation werden hier ja immer wieder Belege präsentiert. Ein aktuelles Beispiel ist das US-Startup 1000memories, aus dessen Jahresrückblick auch der Slogan in der Überschrift stammt. Was hat es damit nun auf sich? “1000memories is the best way to organize, share and discover the old photos and memories of your family and friends.” Es handelt sich also um ein soziales Netzwerk, das private Fotografien als Erinnerungsanlass fokussiert. Hier die Einstiegsseite für registrierte Nutzer:

Nun liegen diese Inhalte großteils noch nicht digitalisiert vor, sondern lagern in Schuhkartons auf dem Dachboden. Hier setzt 1000memories mit der iPhone-App ShoeBox an. Statt mit einem stationären Scanner zu arbeiten, können die Dokumente mittels Smartphone eingescannt und ins eigene Profil eingestellt werden. Im Web können dem persönlichen Portfolio auch Audio- und Video-Inhalte hinzugefügt werden. Eine spezifische Verwaltungsvariante stellt das Anlegen eines Familien-Stammbaums dar.

Als Vehikel zur Popularisierung des Angebots hat 1000memories darüber hinaus ein Projekt zur Erhebung von Fotos aus dem Besitz von Veteranen des Zweiten Weltkriegs gestartet. Insofern geht es hier nicht nur um das kommunikative Gedächtnis der Zeitgenossen, sondern 1000memories zielt auf das kulturelle Gedächtnis der Gesellschaft. Denn der Anspruch ist auch, die eingestellten Inhalte für immer aufzubewahren. Welche Anstrengungen der Anbieter unternimmt, um dies zu realisieren, wird unter der Überschrift “What forever means” ausgeführt…

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Piratenpartei & Politikvermittlung

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Jetzt hat es sich konstituiert, das neue Berliner Abgeordnetenhaus und mittendrin die Fraktion der Piratenpartei, die damit erstmals in ein deutsches Landesparlament einzieht. Gleichzeitig legt sich langsam der mediale Rummel um die Exoten aus dem Netz und der parlamentarische Alltag beginnt. Aus politikwissenschaftlicher Perspektive handelt es sich dabei um ein interessantes Experiment: Im Gegensatz zu anderen Parteien lässt sich dieser Prozess recht unvermittelt und quasi in Echtzeit verfolgen. Die Berliner Piraten haben einige Online-Kanäle geöffnet, die es Interessenten erlauben, die Konstituierung sowie den Arbeitsalltag der Fraktion zu verfolgen. Das soll nicht heißen, dass hier nicht auch Hinterzimmer existieren, in denen nicht-öffentliche Absprachen getroffen werden. Aber die Transparenz hinsichtlich der parlamentarischen Arbeit ist schon recht weitgehend.

Demgegenüber konstatiert Stephan Eisel von der Konrad-Adenauer-Stiftung, die sich schon früh mit der Piratenpartei auseinandergesetzt hat, eine “selektive Eliten-Transparenz“. Dieses dreidimensioniale Konstrukt soll hier nicht vollständig diskutiert werden, aber ein Punkt aufgegriffen werden. Eisel schreibt am 29.9.2011:

“Nimmt man zweitens das Internetangebot der Piratenpartei als Maßstab, so ist das Hauptkennzeichen die Unübersichtlichkeit – bekanntlich das Gegenteil von Transparenz. Im Gewirr zwischen Homepages, wikis, liquid feedback, piratenpad und vielem mehr findet der Nutzer vieles – aber nur wenn er Zeit und überdurchschnittlich Internetkenntnisse hat.”

Diese von ihm auch am Beispiel der Berliner Piratenfraktion vertetene Einschätzung trifft zumindest aus heutiger Perspektive nicht mehr zu: Die verfügbaren Mitschnitte und Protokolle der Fraktionssitzung sowie ähnliche Materialien werden im Fraktionsblog aufgeführt. Diese Daten stellen eine einzigartige Quelle sowohl für die Parteienforschung als auch die politische Bildung dar! Und damit sie nicht nur den üblichen Verdächtigen bekannt werden, hier der Versuch betreffende Angebote bildhaft zu präsentieren:

1. In diesem Bild sind exemplarische Kanäle direkt verlinkt (mouseover).

Sitzung der Berliner Piratenfraktion vom 5.10.2011, CC-BY: Tobias M. Eckrich

2. Dieser Pearltree visualisiert die Links zu betreffenden Angeboten.
Piratenfraktion Berlin in Erik Meyer (dr_meyer)

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#OurSpeech: Crowdsourcing einer Rede

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Die demokratische Abgeordnete Maxine Waters hat gestern im US-Kongress die erste Rede gehalten, die per Crowdsourcing  kompiliert wurde. Mitte Oktober reagierte Waters auf die ihr im Kontext von Obamas Job-Initiative sowie den Occupy-Wall-Street-Protesten durch soziale Medien übermittelten Befindlichkeiten von Bürgern und kündigt folgendes an:

“Therefore, during the week of October 24th, I will read a speech on the floor of the U.S. House of Representatives (#ourspeech), composed entirely of your words in posts from my Twitter and Facebook  feeds that you post between now and Sunday midnight.” (Pressemitteilung)

Das Ergebnis von Einsendungen einerseits und Auswahl andererseits kann sich sehen lassen:

Das politische  Patchwork erschließt sich in der schriftlichen Dokumentation der Rede, in der die Beitragenden genannt werden (Auszug):

Sicher funktioniert die Vorgehensweise vor allem als intelligente PR-Maßnahme. Aber immerhin findet hier überhaupt eine weitergehende Auseinandersetzung mit den Kommentaren statt, die mittels sozialer Medien an Politiker herangetragen werden. Die normale Situation ist doch, dass die Nutzer dieser Angebote dort zwar Dampf ablassen können, die Äußerungen den Adressaten allerdings nicht erreichen. Von einer systematischen Auswertung oder gar einem feedback ganz zu Schweigen. Insofern stellt #OurSpeech eine durchdachte Ausnahme in Sachen community management dar.

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Politische Startups

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Nein, es soll hier nicht um die Piratenpartei gehen, die ja durchaus schon länger im Geschäft ist, auch wenn es einige nicht mitbekommen hatten. Gerade an den Start gegangen sind jedoch in den USA zwei politische Plattformen, die eine Ermächtigung der Bürger bzw. Wähler intendieren: Elect Next und Ruck.us. Beide Projekte verstehen sich als issue-zentriert statt auf Parteien bezogen. Von diesem Ausgangspunkt gelangen sie zu unterschiedlichen Ansätzen:

Elect Next erinnert vor dem Hintergrund deutscher Angebote an das Erfolgsmodell Wahl-O-Mat. Es wird jedoch keine Parteienpräferenz ermittelt, sondern in einem Dreischritt die Affininität zu Kandidaten:

  • Your Issues
    Zunächst werden aus einer Auswahl Themen ermittelt, die dem Nutzer wichtig sind.
  • Your Solutions
    Zu diesen müssen dann im multiple-coice-Modus Fragen beantwortet werden.
  • Your Candidates
    Und wer seine Adresse angibt erhält einen entsprechenden Kandidatenvorschlag.

Während dieses Verfahren noch recht konventionell anmutet, kommt Ruck.us unter dem Motto “No Parties. Just People. radikaler daher. Denn es geht nicht (primär) darum, die Partizipation am politischen Prozess durch Befähigung zur Teilnahme an Wahlen zu verbessern, sondern vor allem eine Vernetzung politisch Interessierter zu ermöglichen. Auch hier kommt zur Realisierung des Angebots ein Dreischritt zur Anwendung:

Die Idee hinter diesem Personal Political Network wird auf dem Twitter-Profil recht unbescheiden angegeben: “Challenging the two-party duopoly by empowering individuals and giving a home to the politically homeless.” Also handelt es sich um die spezifische Reaktion auf ein Zweiparteiensystem. Das dafür in Anschlag gebrachte Konstrukt des “ruck” bleibt jedoch nicht auf diese Situation beschränkt. Der Begriff ist dem Rugby entlehnt und bezeichnet eine lose Formation der Spieler. Insofern ist diese Konfiguration beispielsweise dazu geeignet, Angebote des politischen Systems zur Bürgerbeteiligung durch die Aggregation betreffender Akteure zu ergänzen.

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10 Jahre 9/11: Crowdsourced Memory

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Seit einigen Tagen werden auf allen medialen Kanälen die Geschehnisse des 11. Septembers 2001 thematisiert. Ein Spezifikum von Online-Medien ist die Erhebung nutzergenerierter Inhalte. Der Guardian bedient sich dabei ähnlich wie das bereits vorgestellte Projekt des National Geographic sozialer Medien: Zur Verifizierung unterstützt durch Facebook oder Twitter können in ein Formular Angaben zum damaligen Standort sowie der eigenen Erlebnisse eingetragen werden. Eine Visualisierung der Ergebnisse ist in Vorbereitung.

Andere Online-Medien konzentrieren sich auf Videos als Format: Die New York Times hat gemeinsam mit YouTube einen Kanal für “Reflections on September 11”  eingerichtet und fragt unter anderem “What is your strongest memory of 9/11?” Ähnlich verfährt das US-Network PBS, das aus den Einsendungen einen “9/11 Video Quilt” webt.

Nicht nur nutzergenrierte Inhalte agreggiert die betreffende Microsite von Yahoo, die mit dem 9/11 Memorial kooperiert. Wer jedoch dem Aufruf “Tell your story” folgen will, soll Mitglied im Contributor Network von Yahoo werden. Aber es gibt auch eine Flickr-Group und den Hashtag#911remembered“. Aus den Beiträgen resultiert dann ein Mosaik von persönlichen Profilen. Yahoo ruft für den 11. September darüber hinaus zu einem Digital Moment of Silence auf.

Visuell ansprechend sammelt Al Jazeeras auf die Online-Community ausgerichtetes Format “The Stream” Antworten auf die Frage “9/11 – The World Has Changed. How have you?”.

Während die vorgestellten Angebote alle Interessenten ansprechen, repräsentiert ein deutsches Projekt eine spezifische Perspektive: Das Bundesinnenministerium präsentiert in gewohnt geschlossenem Format Erinnerungen von Zeitzeugen aus dem Ministerium sowie der beteiligten Sicherheitsbehörden an die Terroranschläge und ihre Folgen.

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10 Jahre 9/11: Kommemorative Apps

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Bereits direkt im Anschluss an die Anschläge vom 11. September 2001 entwickelte sich spontan eine Online-Erinnerungskultur, die dann unter dem Motto “Collecting Today for Tomorrow” rasch institutionalisiert wurde. Ein Beispiel dafür ist The September 11 Digital Archive. Ebenso entstand etwa The Sonic Memorial Project: Die Aufzeichnungen wurden hier nicht nur archiviert, sondern auch als eine Art interaktives Audio-Denkmal arrangiert.

Zum zehnten Jahrestag wird nun nicht nur das 9/11 Memorial am ehemaligen Ground Zero eröffnet – es entstehen auch digitale sowie online verfügbare Angebote kommemorativer Kommunikation, von den einige hier kusorisch vorgestellt werden. Als Versuch einer vorläufigen Systematisierung soll es in einer ersten Folge hauptsächlich um Apps gehen, ein weiterer Beitrag wird sich dann mit der Kompilation nutzergenerierter Inhalte befassen.

Das 9/11 Memorial unterhält eine umfangreiche Online-Präsenz, bietet aber auch zwei iPhone-Apps an:  Schon seit einem Jahr ist Explore 9/11 verfügbar. Ebenso wie die zuletzt diskutierte Historypin-App setzt Explore 9/11 u.a. auf geosensitive Inhalte, wenn Fotografien über den eigenen Standort erschlossen werden. Desweiteren werden die Geschehnisse in Form einer Timeline sowie einer Video-Tour resümiert. Rechtzeitig zur Eröffnung der Einrichtung ist nun der 9/11 Memorial Guide erschienen. Dieser erschließt vor allem das Denkmal, auf dem die Namen der 2983 Opfer verzeichnet sind. So ist die jeweilige Stelle auf den Wänden auffindbar, die die Footprints der Türme umschließen. Wie der folgende Screenshot zeigt, bietet die Website die gleichen Funktionen.

Für einige Namen sind darüber hinaus Audio-Aufnahmen mit Erinnerungen an das jeweilige Opfer verfügbar. Diese Inhalte wurden wiederum mit StoryCorps realisiert. Dabei handelt es sich um ein Oral History-Projekt, das unter dem Motto “Every voice matters” Zeitzeugenerzählungen aller Art sammelt und online aufbereitet. Auch dafür exisiert übrigens eine iPhone-App. Einen guten Überblick über die Entstehung und Entwicklung von Denkmal und Museum bietet dann die mit viel visuellem Material ausgestattete iPad-App The 911 Memorial: Past, Present and Future, die nicht von der Einrichtung verantwortet wird.

Schließlich soll noch von einer Facebook-App die Rede sein: National Geographic hat eine Anwendung programmiert, die die Antwort auf die Frage “Wo warst Du, als Du von den Anschlagen gehört hast” visualisiert. Nutzer können via “Remembering 9/11, Where Were You?” Ihren Auftenhaltsort auf einer Karte eintragen sowie weitere Angaben dazu machen.

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