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Category Archives: Netzpolitik

Politische Kommunikation und algorithmische Öffentlichkeit

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Im Wintersemester 2017/18 biete ich am Institut für Soziologie der Philipps-Universität Marburg ein Blockseminar zum Thema „Wahlen in der Mediengesellschaft: Wahlkämpfe im Zeitalter von Web 2.0“ an (hier auch die formalen Angaben aus dem Vorlesungsverzeichnis). In drei eintägigen Blöcken findet eine Auseinandersetzung sowohl mit einschlägiger Forschungsliteratur als auch vielen Beispielen aus aktuellen Wahlkämpfen statt. Inputs liefern darüber hinaus zahlreiche Online-Angebote, Podcasts und eventuell die Diskussion mit einem Experten aus der Praxis:

Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive lässt sich davon ausgehen, dass Massenmedien eine bedeutsame Rolle bei der politischen Präferenzbildung im Rahmen von demokratischen Wahlen spielen. Vor allem die letzte US-Präsidentschaftswahl hat nun neue Aspekte auf die Agenda gesetzt. Dabei geht es um die Relevanz sozialer Medien für die Meinungsbildung. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen seitdem die manipulativen Möglichkeiten von Fake News, Microtargeting und Social Bots, auf die wiederum verstärkt durch Formate wie Fact Checking reagiert wird. Die Lehrveranstaltung setzt sich in einführender Weise mit diesen empirischen Entwicklungen auseinander und problematisiert sie vor dem Hintergrund eines Strukturwandels der Öffentlichkeit. Im Anschluss daran werden auch andere exemplarische Angebote des Bundestagswahlkampfs wie das TV-Duell, spezifische Formate etwa bei YouTube und der Wahl-O-Mat behandelt.

Partizipation in der digitalen Gesellschaft

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Das Journal für politische Bildung startet mit einen Heft zum Thema „Medien wirken“ in das neue Jahr. Themen der Ausgabe sind: „Digitale Gesellschaft und Medienbildung – Facebook, YouTube, Twitter, Instagram: neue kommunikative Umwelten – Bildung, Partizipation, Engagement im Web 2.0 – Geflüchtete und (politische) Bildungsarbeit“. Hier der Inhalt:

Medien_wirken_-_Wochenschau_Verlag

Mein Beitrag beabsichtigt

„punktuell zu eruieren, welche Formate und Instrumente wie genutzt werden. Damit rückt dann auch die Frage in den Vordergrund, welche Aktivitäten und Angebote als (politische) Partizipation in der digitalen Gesellschaft verstanden werden.“

Das diskutiere ich unter folgenden Überschriften:

  • E-Petitionen: Meinungsbildung statt Mitbestimmung
  • Bürgerdialog als Regierungskommunikation
  • Kollaboration mit Parlament und Parteien
  • Zivilgesellschaftliche Perspektive

Im letzten Abschnitt gehe ich dabei der Frage nach, ob die vorgenommene Fokussierung einer Einflussnahme auf die Politikproduktion eventuell relevante Aspekte außer Acht lässt. Dass in diesem Zusammenhang angeführte Beispiel der „digitalen Flüchtlingshilfe“ habe ich inzwischen in einem Beitrag für Netzpiloten.de weiter ausgeführt. Und zu geplanten digitalen Partizipationsangeboten von Parteien gibt es unter dem Titel „Parteireformen statt Reformpartei: Das Erbe der Piraten“ einen aktuellen Beitrag von mir, der auch als Crosspost bei politik-digital.de erschienen ist. Wer ein Profil bei der Publikationsplattform „Medium“ unterhält, kann meine Blogposts zu (politischen) Aspekten der Online-Kommunikation, auch abonnieren: Sie werden dort mit geringem Zeitverzug veröffentlicht.

Besuch in Bulgarien: Blogosphäre und Betahaus

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In diesen Tagen war ich auf Einladung des Goethe-Instituts in Sofia zu einem Treffen mit bulgarischen Bloggern. Dabei wurden u.a. Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich der jeweiligen „Blogosphäre“ diskutiert. Bereits bei der Vorbereitung wurde deutlich, dass das Thema in Deutschland aus gesellschaftspolitischer Perspektive eher eine nachgeordnete Rolle spielt. So war es z.B. schwierig dazu einen entsprechenden aktuellen Überblick zu finden. Dieses Defizit wurde kurz nach dem Termin durch die an der Forschungsstelle für Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung der Universität Hohenheim erstellte Studie „Blogger 2014. Das Selbstverständnis von Themenbloggern und ihr Verhältnis zum Journalismus“ (PDF) verringert. Sie bestätigt auch die Annahme, dass Blogs zum Thema „Politik“ in Deutschland eine Randerscheinung darstellen. Dies hängt sicherlich mit der Existenz einer – zumindest bezogen auf die Bundesebene – pluralen Medienöffentlichkeit zusammen, in der bereits ein breites Spektrum an Inhalten und Meinungsäußerungen präsent ist.

Die Lage in Bulgarien stellt sich in dieser Hinsicht ganz anders dar, auch wenn sich dort online noch keine ausgeprägte Gegenöffentlichkeit konstituiert hat. Besonders interessant fand ich den Hinweis auf das Watchblog-Format politikat.net, das die Erfüllung von Politiker-Versprechen überprüft. Im informellen Teil begleitete mich der dafür mitverantwortliche Blogger Konstantin Pavlov in den Coworking SpaceBetahaus„. Wie unschwer zu erkennen ist, hat diese Einrichtung Berliner Wurzeln. Und sie prosperiert nicht zuletzt unter der Bedingung des Outsourcing von Programmierungs-Leistungen. Ansonsten zeichneten die Beteiligten aber das düstere Bild eines durch Korruption, Oligarchen und russische Hegemonie geprägten Landes. Betahaus Sofia

Datenschutz & Europawahl 2014

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Spätestes seit dem NSA-Skandal sowie immer neuen Sicherheitslücken ist der Datenschutz auf der politischen Agenda nach vorne gerückt. Eine Arena, in der betreffende Maßnahmen diskutiert werden, ist die EU. Dort wird bereits seit längerem über eine Reform der sogenannten Datenschutzgrundverordnung beraten. Für das Europawahlblog der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) habe ich dazu einen einführenden Beitrag verfasst: „Datenschutz im Europawahlkampf“.

Dieser Beitrag fungiert auch als Einstieg für einen Chat am 29. April, bei dem die Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Bremen, Dr. Imke Sommer, sowie der Redaktionsleiter von iRights.info, Matthias Spielkamp, Fragen zu diesem Thema beantworten. Als freier Online-Redakteur bin ich für politik-digital.de an der Konzeption und Umsetzung diverser aktueller Inhalte, insbesondere von Beiträgen zum Dossier der BpB zur Europawahl, beteiligt.

Hauptquartier der NSA, Foto des Konspirations-Künstlers Trevor Paglen

Hauptquartier der NSA, Foto des Konspirations-Künstlers Trevor Paglen

 

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