Digitale Transformation und Finanzbildung

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Das Bundesministerium der Finanzen hat den ressortübergreifenden Referentenentwurf für die Finanzbildungsstrategie des Bundes (PDF) vorgelegt, der als Handlungsrahmen die finanzielle Bildung in Deutschland stärken soll. Dieser benennt zentrale Herausforderungen sowie konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen.

Aus der Perspektive des Diskursprojektes zu „Demokratiefragen des digitalisierten Finanzsektors“ am Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung haben meine Kollegin Caroline Marburger und ich dazu Stellung genommen (PDF). Wir verstehen die digitale Transformation des Finanziellen als gesellschaftliche Herausforderung. Gerade vor diesem Hintergrund braucht es zur demokratischen Teilhabe mehr als die Vermittlung instrumentellen Verbraucherwissens. Wir plädieren deshalb u.a. dafür, die vorgenommene Definition von Finanzbildung zu erweitern:

„Dass die Strukturen und Infrastrukturen des Finanzwesens selbst zum Gegenstand von Finanzbildung werden müssen, zeigt sich beispielhaft beim digitalen Bezahlen und neuen digitalen Geldformen. Gegenstand von Finanzbildung ist dann nicht nur die sichere Nutzung eines digitalen Zahlungsdienstes, sondern auch ein Verständnis dafür, wer wie Zahlungsinfrastrukturen bereitstellt und welche Rolle private und öffentliche Akteure spielen, welche Daten bei Zahlungen entstehen, welche Trade-offs mit dem Komfort digitalen Bezahlens einhergehen. Und welche Zahlungsangebote den Wunsch nach Privatsphäre, Resilienz gegen Cyberangriffe und europäischer Souveränität überhaupt und wenn ja, wie gewährleisten. Es sollte deutlich werden, wie beim digitalen Bezahlen oder dem Erwerb anderer Digitalgelder individuelles Handeln, gesellschaftliches Miteinander, die Interessen der nationalen, europäischen und globalen (Finanz-)Wirtschaft und Sicherheit und Regulierungsfragen miteinander verflochten und gegeneinander abzuwägen sind. Ein Blick auf die Debatte über die Einführung eines digitalen Euro zeigt beispielhaft die Virulenz solcher Fragestellungen und darüber hinaus, dass es sich nicht nur um politische (Regulierungs-)Fragen handelt: Bürgerinnen und Bürger können hier auch individuell informierte Entscheidungen über die Nutzung von Zahlungsmitteln treffen, die – etwa im Krisenfall – systemisch relevant sind.“

Ergänzend empfehlen wir unter Bezug auf konkrete Beispiele aus dem Diskursprojekt: „Es sollten Formate entwickelt werden, die wissenschaftliche Fragen und Erkenntnisse mit künstlerisch-diskursiven Perspektiven verbinden. So werden Gelegenheit und Räume geschaffen, in denen finanzielle Zusammenhänge sinnlich erfahren, aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und als gesellschaftlich verhandelbar verstehbar werden.”  Exemplarisch dafür erscheint uns etwa der „Markt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen“ unter dem Titel „Follow the Money – von analogen Werten, digitalem Geld und der Bezifferung der Welt“. Dieses Video vermittelt einen Eindruck vom Veranstaltungscharakter: