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Online-Formate zur Erinnerung an den Mauerfall

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Zum 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer wurden auch online diverse Formate kommemorativer Kommunikation fabriziert. Exzeptionell erscheint mir dabei die Kombination des Crowdsourcings von individuellen Erinnerungen an das Ereignis mittels sozialer Medien mit dem Erreichen eines Spielziels. Diese Variante verfolgte das ZDF mit der sogenannten „#Mauerspecht-Challenge“ (siehe Screenshot vom 10.11.2014, 10.35 Uhr). Über diesen sowie weniger spielerische Ansätze wie historische Echtzeit-Formate gebe ich bei den Netzpiloten einen Überblick: „#Mauerfall: Geschichte digital (nach-)erzählen„. Übrigens veröffentliche ich in diesem Online-Magazin seit letztem Monat regelmäßig Beiträge. In meinem Sound-Blog habe ich noch die digitale Klanginstallation vorgestellt, die die Audio-Plattform SoundCloud zur Erinnerung an die Todesopfer der Berliner Mauer beigesteuert hat.Mauerspecht Challenge ZDF


Zum Wandel von Öffentlichkeit durch Online-Medien

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Auf Einladung der Deutschen Botschaft in Ankara habe ich an dem vor dem Hintergrund von #OccupyGezi veranstalteten deutsch-türkischen Medienseminar zum Thema „Soziale Medien und soziale Bewegungen“ teilgenommen und das Panel zu „Chancen und Risiken des Citizen Journalism“ moderiert. Hier meine Präsentation zur Einleitung der Sitzung.

Passend dazu ist gerade mein Beitrag „Demokratie 2.0? Medienaktivismus, Netzöffentlichkeit und politische Partizipation“ in der Zeitschrift Außerschulische Bildung erschienen. Die Ausgabe widmet sich dem Thema „Jugendliche Protestbewegungen und demokratische Entwicklung“ und ist ausschließlich gedruckt beim Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten erhältlich.

Euro 2012: Kein Sommermärchen

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Schon bevor es losgeht ist klar: diese Fußball-Europameisterschaft wird kein Sommermärchen. Ein Blick auf die politische Situation in der Ukraine genügt, um festzustellen, dass die Formel von der Zivilisierung autoritärer Regimes durch den Zauber des Sports sportpolitische Folklore ist und der Verklärung sportökonomischer Verwertungsinteressen dient. Für die Bundeszentrale für politische Bildung rekonstruiere ich in einem Beitrag den Weg zur EM in Polen und der Ukraine zwischen Sport und Politik. Desweiteren bin ich für die werktägliche Begleitung des Tuniers mit einer internationalen Presseschau im EM-Dossier der Bundeszentrale mitverantwortlich.

Kommemoration, Konkurrenz & Koinzidenz

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Am 5. Mai 2010 begeht die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin mit einer Podiumsveranstaltung den fünften Geburtstag des Monuments. Doch vor dem Hintergrund der gerade begangenen Gedenkfeiern zum 65. Jahrestag der Befreiung von Konzentrationslagern nehmen sich die fünf Jahre Holocaust-Mahnmal noch recht bescheiden aus. Auch die Konzeption des Events mag (mich) nicht ganz überzeugen: Es handelt sich um ein Treffen von Veteranen der Denkmals-Debatte. Allen voran die Initiatorin und Vorsitzende des Förderkreises, Lea Rosh sowie der Architekt, Peter Eisenman. Des weiteren dabei die zur Zeiten der Realisierung des Vorhabens amtierende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, Elke Leonhard und der damalige Kulturstaatsminister Michael Naumann (beide SPD). Der Moderator, Heinrich Wefing (heute: Die Zeit) begleitete seinerzeit als FAZ-Autor das Geschehen.

Diese Konstellation vermittelt den Eindruck, als würden Zeitzeugen noch einmal um Diskurshoheit und Deutungshegemonie ringen. In diese Richtung weist auch der Titel der Podiumsdiskussion: „Ein Ort, an den man gerne geht?“ Dieser bezieht sich vermutlich weniger auf den gleichnamigen Titel eines einschlägigen Buches zum Thema, als direkt auf ein Diktum von Altkanzler Schröder, der in einem TV-Interview im November 1998 sagte:

„Ich will ein Holocaust-Denkmal. (…) Aber ich möchte es in einer Dimension, vor der die Berlinerinnen und Berliner, vor dem die Deutschen nicht Furcht empfinden, sondern wo sie gerne hingehen, um sich zu erinnern, um sich auseinander zusetzen.“

Insofern erahnte der Instinktpolitiker eine Entwicklung, die in der Ankündigung des Termins wie folgt resümiert wird:

„Seitdem ist dieser nationale Gedenkort für die sechs Millionen Opfer des Holocaust fester Bestandteil eines Besuches der deutschen Hauptstadt geworden, der Ort der Information gehört laut Berlin Tourismus Marketing zu den »Top Ten« Berlins.“

Abschließend stellt sich die Frage nach der Terminwahl, denn eingeweiht wurde das Denkmal am 10. Mai 2005. Vielleicht liegt dies – abgesehen von anderen guten Gründen – auch an einer kommemorativen Konkurrenz, denn einen Tag nach der Veranstaltung wird am 6. Mai 2010 nun in Anwesenheit des Bundespräsidenten das Dokumentationszentrum einer erinnerungskulturellen Einrichtung eingeweiht, deren Realisierung noch länger als die des Holocaust-Mahnmals währte: Die Topographie des Terrors widmet sich am historischen Ort primär den Tätern, und die hinter beiden Projekten stehenden Initiativen konkurrierten nicht nur inhaltlich um das richtige Gedenken. Vorausschauend formuliert Harry Nutt dazu in der Frankfurter Rundschau vom 4. Mai 2010:

„Die zeitliche Koinzidenz zwischen Mahnmal-Jubiläum und Fertigstellung der Ausstellung Topographie des Terrors eröffnet zugleich eine Perspektive, in der Opfer- und Tätergedenken sich künftig aufeinander beziehen können.“

Eine Debatte darüber könnte allerdings eine spannende Veranstaltung werden…

Update: Zum fünften Jahrestag der Einweihung des Holocaust-Mahnmals führte ich am 10. Mai 2010 ein Gespräch mit SWR2.